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Neptun20 als Motorboot

Verfasst: So 24. Mai 2020, 22:10
von Mario2908
Hallo zusammen,
Ich möchte meine Neptun20 gerne nur noch als Motorboot nutzen und habe einen Honda 8PS 4Takt im Schacht der aber zum einen sehr eng sitzt und zum anderen am Rumpf schlägt wenn ich das Ruder Einschlage.
Jetzt würde ich gerne das Ruder demontieren und einen Motorhalter anbringen, also auf den Schacht verzichten.
Hat jemand Erfahrung damit gemacht und ist es mit einem stärkeren Motor möglich auch 20kmh zu schaffen ?

Für alle eingefleischten Segler ja ich weiss das ist kein Motorboot.

Gruss und Danke
Mario

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: So 24. Mai 2020, 22:43
von Virus
Hi

wir hatten bei der 20er einen 5PS im Schacht, mehr als 5 Knoten waren bei Vollgas nicht drin, man konnte sogar bis Halbgas reduzieren und mit reduzierter Drehzahl fahren, ohne Geschwindigkeit zu verlieren.

Gruß
Willy

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: So 24. Mai 2020, 22:49
von THM
Hallo Mario,

Erfahrungen habe ich damit keine. Die N20 hat lt. Prospekt 5 m LWL (Länge Wasserlinie). Daraus ergibt sich eine Rumpfgeschwindigkeit von ca 10 km/h bzw. 5,4 kn. Wenn Du mehr willst, muss das Boot gleiten und dafür benötigst Du wahrscheinlich wesentlich mehr Leistung.

Gruß
Thomas

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: So 24. Mai 2020, 23:02
von Mario2908
Hallo und Danke,
Ja mein Gedanke wäre dann in die 15PS oder 20 zu gehen als Versuch, was natürlich nur mit Aussenmontage möglich wäre.
Möchte nicht unbedingt von der Neptun weg.

Gruss Mario

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: So 24. Mai 2020, 23:07
von harry01
Hi
Ich kenne die Wasserlienienlänge deines Schiffes nicht.
Aber Du kannst mit einem Verdränger nicht schneller werden als 2.43 x Wurzel Wasserlienienlänge.Für so ein kleines Schiff ist es meines Erachtens nach egal ob Dein Motor 4 oder 40 PS hat.
Du kannst nur schneller werden wenn Du eine große Welle oder die Niagara Fälle runtersurfst.
Kannst es Ja mal ausrechnen.
Ins Gleiten kommt es glaube ich nicht, es ist kein Gleiter. Ich denke es saugt sich Fest und die Welle steigt ins Cockpit ein
LG Harald

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 07:36
von Tilikum
Wie schon gesagt, kommst du mit einem Verdränger wie der Neptun 20 nicht ins Gleiten, das ist phyisikalisch nicht möglich: "Kein Verdränger kann mit dem Heck die Welle überholen, die durch den Bug desselben Verdrängers während der Fahrt gebildet wird."
https://de.wikipedia.org/wiki/Verdr%C3% ... nd_Gleiter

Wir haben auch eine Neptun 20 mit einem Honda BF8. Ich denke, der ist schon sehr groß dimensioniert, funktioniert im Schacht aber wie er soll. Gemessene Höchstgeschwindigkeit waren mal 5,5 Kn.

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 15:06
von jan himp
Die Vorschreiber haben schon fast alles beschrieben.

Eine gut laufende 20er mit schwarzem Mast läuft unter Segeln bei 20 kn Wind aus 140 Grad max. 6,5 kn.
Unter Motor, mit Doppelschubprop, 6-8 PS 5,6 kn.

Den schweren Motor hinten anbauen, geht gar nicht.
Ab 7 kn sieht das komisch aus.
Ab 7,2 kn schmeissen die Angler mit Steinen.
Vorn sieht man auch nichts mehr

Wir kannten einen Amerikaner, der eine SAGA 27 mit 120 PS aufgerüstet hat,
obwohl sie mit dem serienmäßigen 49 PS Perkins schon 10,5 kn lief.

Der hat das Boot danach direkt verkauft.
Der neue Eigner hat den Perkins wieder eingebaut.
Der 120 PS FORD- Diesel kam auf eine 12m Motoryacht.


Viele Grüße,

Rolf

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 16:58
von Apachenpub
Antwort aus dem SBF-Binnen-Lehrbuch: Man kann die Motorleistung erhöhen, dadurch wird aber ein Boot nicht schneller, sondern nur die Heckwelle größer ...

Das Problem mit dem Anhängen an den Spiegel (also: Halterung hinten dran) ist, dass die meisten Halterungen nur relativ überschaubare Motorgewichte vertragen. Meine vom Boots-Supermarkt kann max. 30 kg. Das reicht für nen Mercury 6PS. Und das war nicht die billigste.
Der Bootsbauer des Vertrauens sagte mir, ich solle max. 4 PS hinten dran hängen, aber das halte ich für untertrieben.

cheers


eKKi

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 18:10
von harry01
Hallo
Über oder Untertrieben ? Sportliche Motorleistung !

Meine erkenntniss mit einer 27 er ist folgende.

8 PS 4 Takt im Schacht oder 4 PS 2 Takt am Heck gefahren.

Die erreichte Geschwindigkeit ist mit beiden gleich. :?
Es gibt trotz doppelter Leistung keinen Unterschied. Oo
Der Unterschied ist lediglich in der Lautstärke und beim Verbrauch messbar.
Ich habe mich schon öfter gefragt warum die 22er fahrer meistens einen 9,9er haben wollen.
Der bringt halt schön Gewicht.
Vorteile kann ich darin nicht erkennen.
Lasse mich aber gern eines besseren belehren. :hmm:
Harald

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 22:46
von Jochen
Liebe Freunde der Segelei,

zum einen, wenn eine Neptun 20 ein Motorboot hätte werden sollen, dan wäre die Neptun völlig anders gebaut worden.

Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit einer 20 er wird bei ca.5 Kn liegen. Habe die genaue Formel nich mehr im Kopf.
Der Heckspiegel ist mit sicherheit nicht geeigent solche Kräfte auf dauer sicher aufzunehmen, wenn man den Motor hinten am Spiegel befestigt.

Also der Rat: Wenn Du Motorboot fahren willst dann kauf dir eins.
Du machst aus einem Tracktor keinen Rennwagen.

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Mo 25. Mai 2020, 22:57
von Mephistopheles
Hallo Harald,
harry01 hat geschrieben:
Mo 25. Mai 2020, 18:10
Meine erkenntniss mit einer 27 er ist folgende.

8 PS 4 Takt im Schacht oder 4 PS 2 Takt am Heck gefahren.

Die erreichte Geschwindigkeit ist mit beiden gleich. :?
Es gibt trotz doppelter Leistung keinen Unterschied. Oo
das verstehe ich nicht, da die Rumpfgeschwindigkeit mit 4PS ja wohl kaum erreicht wird.
Der Schraube sollte es egal sein, ob die ankommende Leistung durch 2T oder 4T erzeugt wurde.
Warum sollte dann bei 4PS die gleiche Geschwindigkeit, wie bei 8PS erreicht werden?
Kann es sein, dass das Boot mit dem 4T aufgrund des Mehrgewichtes am Heck so viel tiefer liegt, dass es sich schneller festsaugt?
War der Prop am 4T evtl. suboptimal?
harry01 hat geschrieben:
Mo 25. Mai 2020, 18:10
Der Unterschied ist lediglich in der Lautstärke und beim Verbrauch messbar.
Ich habe mich schon öfter gefragt warum die 22er fahrer meistens einen 9,9er haben wollen.
Der bringt halt schön Gewicht.
Vorteile kann ich darin nicht erkennen.
Da bin ich bei Dir.
Mir wäre allerdings der Gewichtsvorteil des 2T wichtiger als der Krach, zumal mein Schacht dicht ist und ich am Heck montieren muss, also bzgl. der Gewichtsverteilung ungünstiger.
Evtl. dann auftretender Mehrverbrauch ist mir egal, zumal ich die Aufgabe des Außenborders im Hafen, für Notfälle, Gegenwind und Flauten sehe.
Ich will ja mit dem Boot segeln (was natürlich an der ursprünglichen Frage vorbei geht).

Schönen Gruß
Markus

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Di 26. Mai 2020, 07:17
von landi
Hallo zusammen,
ich denke es gibt hier einiges mehr zu betrachten. Neben Leistung und Drehmoment des Motors ist die Ausführung der Schraube nicht uninteressant. Dm, Blattfläche, Steigung, Anzahl Flügel...
Neben der Frage ob das Boot das kann, auch mit nem Schubpropeller wirds schwer in Gleitfahrt zu kommen!
Physik hin oder her, aus der Neptun wurde schon mal auch ein Angelboot gemacht. Für mehr brauchts n anderen Rumpf und Antrieb.
Gruss, Jürgen

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Di 26. Mai 2020, 09:20
von Virus
Guten Morgen,

ich habe den selben 5PS Außenborder an einer Neptun 20, einer 22 und an einer 25 gefahren. An der 20 als einzigen Motor im Schacht, an den anderen als Reserve angehängt.
Außerdem hatte ich den Motor an einer Waterland 700, ein Motorboot von 7m Länge und etwa gleichem Gewicht wie die Neptun 25.
Die Waterland hat einen Rumpf der entsprechend motorisiert gleiten kann.

An den Neptunen reichte der Motor in allen normalen Situationen völlig aus, (hatte sogar überlegt den Diesel auszubauen) an der Waterland war er ein reiner Notmotor um in den nächsten Hafen, oder in Friesland binnen über die Kanäle in den Heimathafen zurück zu schleichen. Ein sehr großer Unterschied zwischen den Segelbooten und dem Motorboot.

Um 20Km/h zu fahren braucht es allerdings die entsprechende Bootslänge oder einen Gleiter, reicht das Raumangebot auf der 20er aus und man gibt sich mit den 8-10Km/h zufrieden, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen die 20 als Motorboot zu fahren, machen wir mit der 25 auch ab und zu.
Eine Waterland hätte ich gern wieder weil sie kein Hubdach benötigt, mehr Platz bietet und man in Fahrtrichtung sitzt.

Willy

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Di 26. Mai 2020, 09:49
von harry01
Hi Markus
Ich wills noch mal erläutern.
Der 8 Ps sitzt im Schacht und der 4 Ps hängt im normalfall an der Heckreling. ( Fürs Schlauchi )
Das Boot taucht also immer ungefähr gleich tief ein.
Wir haben vor Jahren als wir uns ein 40 Fuß Schiff gebaut haben recherchiert.
Allgemeine Faustregel in den Publikationen zur Motorleistung lautet.
Normale Motorisierung = 1,5 PS pro Tonne Schiffsgewicht.
Starke Motorisierung = 3 PS pro Tonne Schiffsgewicht.
Alles über 4 PS ist Übermotorisiert und bringt nichts mehr an Geschwindigkeit.
Gilt bei Verdrängerboten.
Wir haben uns mal ein Schiff selbst gebaut
Für dieses 40 Fuß mit 12 Tonnen hatten wir eine OM 616 er Maschine vom Mercedes 240 D mariniesiert.
Ich glaube die hat so um die 74 PS
Bei 900- 1000 Umderehungen lief das Schiff Marschfahrt.
Bei 1200 schon Rumpfgeschwindigkeit.
Alles an Drehzahl darüber brachte keinne Geschwindigkeitszuwachs sonder nur mehr Verbrauch.
Diese Erkenntniss habe ich an der 27er wieder gemacht.
Gewicht rund 2 Tonnen also 3 PS für normal und 6 PS für starke Motorisierung.
Mit 4 PS erreiche ich schon Rumpfgeschwindigkeit.
Wenn nicht der Wind zu stark gegenbläst. Aber dann bremst er den 8 PS auch schon ab.
Die 8 PS habe ich nur genommen weil der Motor gerade günstig geschossen werden konnte
und ich einen 4 Takt mit Anlasser haben wollte.
Dafür habe ich den 15 PS Evinrude der beim Kauf desSchiffes dabei war sofort rausgeworfen.
Dazu gabs im alten Forum etliche Beiträge.
Die jetzigen Motoren haben beide eine optimale Schraube.
Nun ich denke da ich jedes Jahr 4-5 Tage lang von Swinemünde über Stettin, SHW Niederfinow,
Liebenwalde bis wieder zur Müritz fahre,
kann ich es einigermassen beurteilen.
Habe da auch ordentlich getestet, weil ich ja alles mit Maschine fahren muss wegen der Brücken, und schnell voran kommen wollte.
Ich bin jedenfalls überzeugt das alles über 4 PS pro Tonne nichts bringt.
Aber ich möchte da auch niemand etwas aufdrängen sonder nur mal meine Erfahrung beitragen.
Damit beende ich dieses Thema von meiner Seite aus.
Ich hänge mal ein Bild vom 40 Fuß Schiff an.
Bild
LG Harald

Re: Neptun20 als Motorboot

Verfasst: Di 26. Mai 2020, 11:08
von Mephistopheles
Hi Harald,

ich denke, ich bin falsch rübergekommen.
Ich wollte nicht aussagen, dass es nicht stimmt, sondern lediglich eine Erklärung, warum es so ist.
Dein letztes Posting war diesbezüglich für mich hilfreich, da ich gerade auf der Suche nach einem AB bin und bzgl. der Leistung sehr viele Infos mit unterschiedlichen Zahlen bekomme.

Schönen Gruß
Markus