Diesel Standheizung

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Goselagerer
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Diesel Standheizung

Beitrag von Goselagerer » Mo 25. Jun 2018, 13:36

Ahoi, ich bin seit längerem am grübeln, ob ich eine Dieselstandheizung in meine 22er einbaue.
Bis jetzt habe ich ohne Strom nur einen Heizaufsatz für den Gasherd und einen CO Warner.
Da die Standheizungen ( Webastokopien aus China) im Moment sehr günstig sind und meine Freundin immer friert bin ich am überlegen.
Hat jemand schon eine Diesel Standheizung in eine Dinette Backdecker eingebaut?

Wie habt Ihr die Warmluftschläuche verlegt, wie habt ihr das Abgas geführt?

Vielen Dankt für Tipps, Fotos und Zeichnungen. Grüße Sören
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Mäckes
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Mäckes » Di 26. Jun 2018, 13:18

Würde mich auch sehr interessieren. Wollte diesen Herbst eine Planar 2D einbauen. Wollte die Heizung und Tank in der linken Backskiste verstauen und die Warmluftrohre dann durch den Schrank und Schapps leiten bis ins Vorschiff. Ob das alles passt wie ich mir das vorstelle :shock: .... wenn jmd Erfahrungen oder bessere Vorschläge hat wäre ich auch sehr dankbar.

Achso vielen Dank für die Aufnahme ins Forum :) ... hat maßgeblich zum Kauf einer Neptun 22 beigetragen.

Viele Grüße
Christian
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chris
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von chris » Mi 27. Jun 2018, 11:24

Hallo Sören,

ich habe zwar an Bord keine verbaut aber ich hatte damals im Golf II eine Eberspächer B1LC, die ja
vergleichbar mit den Webasto und Planar Heizungen sind. Heizleistung hatte die 1.7 KW und konnte
in vier Stufen bis 0.4 KW herunterschalten. Völlig ausreichend für einen Golf im Winter.

Die Heizungen habe ich immer selber verbaut und kenne die Technik ganz gut. Von daher kann
ich euch nur bestärken, der Einbau ist einfach und ihr bekommt die Heizung auch soweit gedämmt,
dass sie euch nicht den Schlaf raubt.

Ich würde die Heizung ganz nach hinten in die Backskiste verbauen mit Auspuff und Verbrennungs-
luftansaugung im Spiegel. Das ist maximal weit weg vom Schlafbereich wegen der Abgasgerüche und
des Lärms, den sowohl der Auspuff als auch die Luftansaugung verursachen.

Die Heizung muss so montiert werden, dass die Anschlüsse für Abgas usw. nach unten zeigen. Daher
würde ich mir ein gewinkeltes Stahlblech anfertigen wie ein umgedrehtes U, evtl. sogar ein stärker
in Richtung Dreieck gebogen, wo oben die Heizung draufsitzt.

Man könnte beispielsweise Alu-Lochblech mit 4 oder 5 mm Lochung verwenden. So kannst Du alles
bequem anschrauben und fixieren.

Der eine Schenkel käme an die Wand zum Motorschacht, dort würde ich auch die Spritpumpe anbringen.
Am anderen Schenkel (zur Bordwand zeigend) würde ich den Auspuffschalldämpfer, der sehr heiß wird,
innen anbringen. Du kannst dann das gesamte U innen mit Mineralwolle vollstopfen. Zur Bordwand
hin auch nochmal fünf Zentimeter dick isolieren, der Auspuff ist eine Lärm- und Hitzequelle.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, die Spritpumpe nicht festzuschrauben, sondern mit Mineralwolle etc.
zu umwickeln und entweder schwimmend zu lagern oder nur leicht zu fixieren. Sonst überträgt sich
das Ticken der Pumpe auf den Bootskörper. Die beigelegte Schelle mit Gummidämpfer wird nicht
ausreichend dämpfen, dass ihr die Pumpe nicht mehr hört.

Die Zuluft kann man direkt aus der Backskiste ansaugen. Ich weiß jetzt nicht genau, ob bei der N22
warme Luft aus dem Innenraum in die Backskiste strömen kann, bei der N20 wäre das definitiv so.
Der Vorteil wäre eine Lüftung und Trocknung der Backskiste und vorgewärmte Luft, was für den
Spritverbrauch günstig wäre.

Viele Grüße,
Christian
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Unsinkbar2 » Mo 2. Jul 2018, 20:08

Hallo Goselagerer,

meine 22 hat eine Webasto Dieselheizung von 1987 in der BB Backskiste, seinerzeit professionell verbaut. Einbauort unter der "Decke" rechts vom Deckel mit anlaminiertem Alu-Sockel in Gummilagern. Der Tank steht locker angebändselt an der Wand zum Motorschacht, die Pumpe hängt locker daneben, alles ohne Schallbrücke. Der Auspuff ist flexibel aus VA, läuft hinter den Deckelscharnieren zum Heck und endet am Spiegel in einer Messingmuffe. Die Warmluft geht in einem Heizungsschlauch vom Auto, ca. 50 mm Durchmesser, durch Kleiderschrank und Schwalbennester bis zu deren vorderen Ende. Es gibt Je einen Ausströmer aus dem Kfz-Sortiment vorne und im Salon. Der Schalter ist auch ganz vorne. Da hat jemand gewußt, was er tut.
Fotos könnte ich machen. Funktioniert im Prinzip super, ist auch nicht laut. Für die Anheizphase braucht es eine gesunde Batterie, anfangs zieht das Ding ordentlich, solange die Glühkerze noch läuft. Mit 8 A-Sicherungsautomaten geht da nichts.
Leider habe ich ein Problem mit der Steuerelektronik, immer wieder bekommt die Dieselpumpe irgendwann keine Impulse mehr. Da ich den Fehler bisher nicht gefunden habe - was meinst Du mit "Chinakopien"? Hast Du mal Links?

Grüße
Frank
Viele Grüße

Frank


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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Goselagerer » Fr 31. Aug 2018, 13:25

Hallo FrankJa hier zum Beispiel Komplett für 218€ dazu kommt dann noch der Zoll bzw. die MwSt.
https://www.wish.com/search/heater/prod ... 484a7e89b2
Über Fotos würde ich mich freuen
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Trailer-Sailor » Fr 31. Aug 2018, 15:03

Hhhmm, der link bringt mich nicht ans Ziel.

Ich plane allerdings mittelfristig auch den Einbau einer Planar 2D. Werde diesen Faden somit interessiert weiterverfolgen...
Gruss, Gerrit

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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Di 5. Feb 2019, 22:43

Hallo zusammen,

nach einiger Überlegung und Rücksprache mit Motorboot Leuten habe ich bei Amazon eine China Diesel Warmluft Heizung mit 5 KW bestellt.
Das Teil soll 200 Euronem kosten komplett mit einbau Kitt. Es fehlt noch der Borddurchlass ür das Abgas die Ausbläser und einige Meter HT Rohr in D=70mm.
Alles zusammen kostet die Heizung dann rund 350 Schleifen.
Ich werde dem Dampfer auserdem ein neues Schalttableu, und neue Kabel zu den Verbrauchern, und zwei neue gebrauchte Winschen gönnen.
Die Heizung werde ich in die STB Backskiste auf eine Holtzkonsole einbauen. Dieseltank kommt in die hintere STB Kiste neben dem Motorschacht.
Einen Ausbläser im Salon vorm Schrank und, einen Im Cockpit, damit es etwas wärmer ist unter dem Cockpitzelt in der Zeit April Mai bzw an kältern Sommertagen.
Plan ist im März die Heizung einbauen, damit es dann beim Strippenziehen schon warm ist im Dampfer.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Virus » Mi 6. Feb 2019, 08:14

Moin,

im Boote Forum wurde kürzlich über diese Heizung diskutiert.
https://www.boote-forum.de/showthread.p ... ht=Heizung

Gruß
Willy
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Mi 6. Feb 2019, 11:14

Hallo Willi,

drei Techniker vier Meinungen.
Wir werden es sehen, und berichten nach dem Einbau.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Mi 6. Feb 2019, 18:21

Bild

Das Teil ist heute gekommen. Ich habe einen Versuchsaufbau zu Hause gemacht weil das Boot noch in der Halle liegt.
Nach einer kleinen Problematik mit der Dieselzuleitung läuft das Ding und macht ordentlich warme Luft.
Der Ausspuff muss noch im einen Wärmeschutz verpackt werden, der wir ordentlich warm.
Jetzt muss ich am Boot nur noch mal schauen wie die die Luftrohre verlegt bekomme.
Hat schon mal jemand die Sitzduchten im Salon aufgemacht bei einer Mitglisch, und wenn ja wieviel Platz ist da noch zwischen der Kiste und der Rumpfschale.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Trailer-Sailor » Mo 11. Feb 2019, 12:05

Das ist jetzt eine 5kw? Wird die nicht zu gross für die 22–er? Bin gespannt über deine Meinung, wenn du sie in deine 22–er eingebaut hast.

Hat sonst schon jemand vielleicht eine Planar eingebaut? Wie sieht es bei dir aus, Sören? Bist du diesbezüglich schon tätig geworden?
Gruss, Gerrit

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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von jan himp » Mo 11. Feb 2019, 15:24

5 kW geht schon.
Das Gebläse zieht dann mehr Strom und es wird öfter ausgeschaltet und wieder gestartet, was eher mal die Rußbildung fördert.

Es könnte mal der Startstrom gegen den Lüfterbedarf über die Zeit verglichen werden.
Am besten bei Bedarf durchlaufen lassen und mit dem Niedergang regeln.
Wenn die Heizung regelbar ist, nicht länger mit reduzierter Leistung laufen lassen. Das Ding versifft.

Ich habe eine 5 kW-Heizung auf einem 10m-Boot eingebaut, für das 2,2 kW erforderlich wären.
Da das Ding aber hinten quer im Heck sitzt, ist die Leistung gerade passend.


Gruß,
Rolf
ehem. NEPTUN 20 Nr. 848

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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Trailer-Sailor » Mo 11. Feb 2019, 18:47

5kw für ein 7m Böötchen finde ich einfach deutlich zuviel. Ich bin überzeugt, dass eine 2kw locker ausreicht, besser läuft und haltbarer ist. Klar läuft eine 5kw da auch, aber die Frage ist einfach wie lange und mit welchem Stromverbrauch....
Gruss, Gerrit

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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Mo 11. Feb 2019, 22:22

Hallo zusamen,

man kann das Teil regeln. Außerdem ist 5 KW genau so teuer wie 2 KW.
In Anbetracht des schönen Wetters hier im MÜnsterland,in den nächsten Tagen, werde ich mir morgen den Dampfer vor die Tür stellen, und die Heizung einbauen. Ich muss ja noch ein paar Löcher sägen und die Schläuche verlegen. Mal schauen wie ich die Schläuche verlegt bekomme, von der StB Backskiste nach vorne vor den Kleiderschrank.
Es soll ein Ausbläser in den Salon und einer in das Cockpit. Und dann kommt man mit 5 KW ganz groß raus, glaube ich.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Trailer-Sailor » Mo 11. Feb 2019, 22:45

Ich wünsche es dir. Meine Befürchtung ist eben, dass die Heizung verrusst weil sie zu wenig ausgelastet ist und viel Strom zieht, weil sie möglicherweise oft ein– und ausschaltet.

Bin gespannt weiter von deinen Erfahrungen zu lesen. Wo hast du die Heizung denn bestellt? In D oder im Ausland? Ich finde gerade gar keinen funktionierenden link zu den Heizungen. Bin aber sehr interessiert, da die ja zumindest nahezu identisch sind mit Planar.
Gruss, Gerrit

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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Di 12. Feb 2019, 22:34

Hallo Gerrit,

Sorry Ich weiß ja nicht wie Du ein Schiffchen heizen willst.
Wenn wir in der kälteren Zeit unter dem Cockpitzelt sitzen wir das Teil angeworfen und bleibt so lange an bis die Koje ruft.
Dann wird das Ding ausgemacht und ab in die Kiste.
Morgens wieder angeworfen bis der Dampfer warm ist, Aufstehen und dan rein in die Klamotten. Heizung wieder aus.
Bei uns spielt sich das Leben im Cockpit ab, weil wir den Salon umbauen zum breiten Bett.
Und alles was wärmer ist wie 15 Grad ist in Holland eh Sommer.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Sa 9. Mär 2019, 11:32

https://www.amazon.de/gp/product/B07KRD ... UTF8&psc=1
Gerrit,

schau mal hier. Die hatte ich bestellt.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Rüganer » Mi 27. Mär 2019, 16:32

Mit einer Planar 2D habe ich beste Erfahrungen. Meine läuft nun schon 3 Jahre problemlos und zuverlässig

Viele Grüße
Neptun 27 KS "Orion 3", Baujahr 1979, Liegeplatz Insel Ummanz
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Mäckes » Di 16. Apr 2019, 22:56

Hallo,
ich schalte mich mal wieder in den Thread ein. In den letzten Wochen haben wir unsere Planar eingebaut. Alles kein Hexenwerk und wir hatten uns das deutlich komplizierter vorgestellt. Wie geplant haben wir den Tank und die Heizung in die Backbord Backskiste verbaut und dann Warmluft durch den Kleiderschrank mittels T-Stück in den Salon und ins Vorschiff. Die Leitung ins Vorschiff kann man bei 60mm Rohren unsichtbar in den Schapps nach oben binden. Den Salonauslass hatten wir ursprünglich am Tisch geplant, da einfacher zu verlegen. Davon sind wir aber weg, da der Ausströmer auf Bodenhöhe, wie bei Wohnwagen üblich, sein sollte. Dazu haben wir ein Leerrohr aus dem Baumarkt vom Kleiderschrank durch den Bankstauraum gelegt und dort das Warmluftrohr eingezogen. Zusätzlich haben wir die Warmluftrohre mit Tubolit von Armacell "isoliert" (ist eigentlich ein Schallschutz für Regenrohre, aber deutlich günstiger und mit geringer Wärmeleitfähigkeit). Die Halterung für die Planar haben wir einfach an die Bordwand geklebt (MS Polymer Kleber) und den Tank an der Wand zum Schrank mit Gewindestangen und einer Aluplatte als Konter befestigt. Alles in allem hat es zwei ganze Tage gedauert, ist aber alles straight forward und nicht sehr schwierig. Bei den ersten Testläufen lief die Planar ohne Probleme und es kam ordentlich warme Luft. Nach der Saison sehen wir ob es sich bewährt hat.

Anbei noch ein paar Bilder:
Heizung montiert an der Außenwand (Frischluft muss noch angeschlossen werden)
Bild
Tank und Pumpe durch die Kleiderschrankwand gebolzt
Bild
Leitung im HT Rohr
Bild

Viele Grüße
Christian
"Streuner" N22, Backdecker Dinette
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von neptun-micha » Fr 19. Apr 2019, 15:34

Passt zwar nicht zur Überschrift "Diesel Standheizung" aber meine Erfahrung zum Leistungsbedarf:

Wir haben seit einigen Jahren die kleinste Wallas Petroleumheizung mit 1,3kw Leistung. Die Heizung kann man nicht regeln. Innerhalb von ein paar Minuten ist das Boot warm, zu wenig Wärme hatten wir noch nie, aber öfter machen wir das Schiebeluk etwas auf, damit es nicht zu warm wird.

Die China-Dieselheizungen gibt es auch mit 2kw, die braucht man dann nicht zu weit herunterregeln, lieber volle Pulle laufen lassen und überschüssige Wärme nach draussen entweichen lassen, dann verrussen die Dinger nicht so schnell.

Gruß, Micha
Neptun 22 original Miglitsch, Bj. 1972, Segelnummer 1042
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » So 5. Mai 2019, 19:44

Zur Info.
Am WE war es schlicht Rattenkalt in Friesland.
Ich weis gar nicht wie ich das die letzten Jahre ohneHeizung gemacht habe. Die 5 KW waren einfach nur voll geil.
Wir haben bei rund 5 Grad unterm Cockpitzelt gesessen mit der Crew vom Streuner schön erzählt und was gepichelt.
Herrlich.
Schönen Dank an Christian und Lisa.
Grüße aus Bocholt Hoppetosse Neptun 22 M KS Baujahr 1972 BOH-YC Liegeplatz: Lutsmond Balk Friesland
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Mannichef » Mi 13. Nov 2019, 01:01

Habe bei meiner N22 jetzt auch die Chinaheizung mit 5 Kw verbaut. Mache mein refit im Freien ( nur Abdeckplane ) und freue mich jeden Tag wieder ins Boot zu steigen! Die Heizung sitzt Backbord in der Backskiste, der Tank Steuerbord. Da ich als Flieger ( wahrscheinlich übertrieben ) alles 100 % sicher machen will, habe ich den Übergang beider Backskisten mit flammhemmenden Schaum dicht gemacht und den Schaum zusätzlich an den Wänden mit Flammstopspray lackiert. Einzige Sorge ist noch, wenn ich Backbord ein Leck im Bereich Backskiste haben sollte, dann läuft mir das Wasser durch die Standheizung in die Koje, bzw erst in die Auftriebskörper! Nun muss Lösung her, die Schotten schnell und zuverlässig dicht zu machen!
Jochen
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Jochen » Do 14. Nov 2019, 21:04

Hallo,

ich verstehe das mit dem Leck an der BB backskiste nicht so richtig. Meinst Du einen eventuellen Einbruch von außen durch die Bordwand oder einfach nur Regenwasser durch undichte Schaniere oder Deckel usw.
In meiner alten Mitglisch steht immer etwas wasser unter dem Boden im Cockpit. Da ich im Boden eine Inspektionluke habe die leider nicht ganz dicht ist. Lösung: Kunstoffpumpe für 3,95 in einem Holländischen Bootmarkt gekauft und alle paar Wochen rausgelenzt. Und die Mehr von den Auftriebkörper kannst Du auch vergessen. Das sind schlicht und ergreifend Hohlköprer, nicht mehr und nicht weniger.

Aber warum kauft sich ein Sicherheitsfanatiker eine China Heizung ohne CE Kennzeichnung??
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von Mannichef » Sa 16. Nov 2019, 09:40

Hallo Jochen,

Du hast ganz sicher recht mit der Lenzpumpe! Wahrscheinlich ist meine Sorge auch völlig unbegründet, doch ich bin in der Bootsszene ein absoluter „Frischling“ und möchte halt alle Eventualitäten so weit wie möglich ausschliessen. Bitte lacht nicht!
Habe sogar die Auftriebskörper separiert ( von innen Schotts einlaminiert ), damit sie im Notfall auch wirklich welche sind! So läuft mir bei Wassereinbruch durch die Bordwand immer nur ein Auftriebskörper voll. Habe jetzt quasi 5 Auftriebskörper, Vorschiff.....jeweils eine Längskoje ( wobei ich Backbord zur Dinettversion umgebaut habe) und zwei Backskisten. Wie gesagt, wahrscheinlich völlig übertrieben, aber wenn ich beim Refit das ganze Boot sowieso komplett leer gemacht habe, machten diese Arbeiten „das Kraut auch nicht mehr fett“. Ausserdem macht es mir sehr viel Spass, am Boot zu basteln ( baue sonst nur an Flugzeugen rum ) und weiss, dass ich im Frühjahr eine nahezu perfekte N22 dastehen habe.
Sicherheitsfanatiker:
Ja, da magst Du recht haben. Kommt wahrscheinlich vom Flugzeugbau. Doch ein CE-Zeichen ist meiner Meinung nach kein Garant ( mehr) für Qualität! Ich schaue mir das Material lieber selbst genau an und entscheide dann, ob ich es verwende oder nicht. Und bitte wieder nicht lachen! Werde im Bereich Hauptelektrik und Standheizung sogar eine Selbslöschanlage installieren. Habe die Dinger vom Flugzeugbau rumliegen, wiegen weniger wie ein Feuerlöscher und sind dort wo Strom oder Sprit fließt, sicher besser aufgehoben als in meiner Schublade in der Werkstatt!

beste Grüße,

Manni
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Re: Diesel Standheizung

Beitrag von jan himp » Sa 16. Nov 2019, 13:23

Genaauuu!

CE-Zeichen (Chinese Export) ist immer ein Grund ganz genau hinzusehen. Selbst einem deutschen Importeur, der nicht fachkundig ist, wird oft Schrott untergeschoben. Sonnenbrillen und Radiergummis mit CE-Zeichen sind der letzte Heuler! Die stehen ja ständig unter Spannung.

Bei TÜV-Zertifikaten kontrollieren, ob es die überhaupt gibt.

EN -Nummern sind seltener gefälscht.

@ Manni: Hast Du noch Zugriff auf Halon-Löscher?

Gruß,

Rolf
ehem. NEPTUN 20 Nr. 848

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