Erfahrungen mit Dingis

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THM
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Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von THM » Mi 15. Dez 2021, 15:28

Auf unseren verhältnismäßig kleinen Booten ist es nicht einfach, ein Dingi zu stauen bzw. mitzuführen. Die schöne Reisebeschreibung von Birgit und Martin (adieda macht Fahrt…) hat mich wieder auf das Thema gebracht, da auf den Bildern ein aufblasbares Kajak (Sevylor Adventure) zu sehen ist. Mir wären folgende Eigenschaften wichtig: Geringes Packmaß, einfache und schnelle Inbetriebnahme, halbwegs guter Geradeauslauf, trockene Transportmöglichkeit für zwei Personen (oder eine Person mit Einkäufen) bei geschützten Bedingungen (< 3 Bft.). Das Qualität ihren Preis hat, ist mir klar – das Budget sollte aber trotzdem geschont werden. Lange Strecken würde ich damit nicht zurücklegen, Haupteinsatzzweck wäre der Landgang beim Ankern. Drei Varianten sind mit in den Sinn gekommen:
  • Aufblasbares SUP-Board (ab ca. 200 €), ggf. mit Sitz nachgerüstet.
  • Aufblasbares Kajak (ab ca. 400 €).
  • Faltbares RIB (F-RIB, winboat, ca. 3.000 €), da kommt dann wohl noch ein Motor dazu.
Ein F-RIB habe ich aus Kostengründen aussortiert Oo , das wäre auch etwas für längere Strecken mit Motor. Ein SUP könnte man nebenher noch als Sportgerät nutzen :Daumen: , allerdings befürchte ich, dass bei leichter Welle die Einkäufe im Wasser landen könnten. Deshalb favorisiere ich momentan ein aufblasbares Kajak :Cool: . Das oben bereits erwähnte Sevylor Adventure hat bei Amazon allerdings durchwachsene Kritiken und Kajaks mit besseren Kritiken (z.B. Gumotex Twist 2) kostet schon fast das doppelte :hmm: . Das bringt mich zur Frage ans Forum: Was habt ihr für Lösungen um trocken an Land zu kommen und vor allem welche Praxiserfahrungen damit?

Gruß
Thomas
Neptun 25 KS "Whisky", Volvo MD2010, Rufzeichen DC3051, MMSI 211 114 650, Liegeplatz: Barth
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Ole aus HB
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Ole aus HB » Mi 12. Jan 2022, 17:10

Moin Thomas!

Späte Antwort, da länger nicht online...

Ich habe mir letzten Herbst ein Packraft gekauft, welches ich auch als Dingi nutzen will.
Vorteile: super kleines Packmaß, super geringes Gewicht (nicht mit PVC-Booten vergleichbar)
Nachteil: deutlich teurer als ein PVC-Boot

Die Dinger gibt es auch als Zweier.

Ich habe es bisher auf Seen und Flüssen ausprobiert und bin total begeistert. Die Boote sind für Wildwasser konzipiert und können eine Menge ab!

Mein Modell nennt sich Berserker und ich habe es im Angebot aus Norwegen gekauft (Norseraft.com). Sehr freundlich, hilfs- und auskunftsbereit, schneller Versand. Auch bei den deutschen Händlern und Verleihern gibt es zu Saisonende im späten Herbst oft gute Angebote an Gebrauchtbooten.

Beste Grüße,
Ole
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Ich@Home » Mi 12. Jan 2022, 17:44

Hallo Thomas,

wir sind mit dem Kajak bisher sehr zufrieden. Es ist leicht (12kg), es ist robust, selbst längere Touren machen damit Spaß und es passt in eine Backskiste. Die negativen Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen. Unser Kajak hat nur ca. 200€ in einem Havarieladen gekostet, weil die Verpackung beschädigt war.

Gruß Martin
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von landi » Mi 12. Jan 2022, 22:46

Hallo Thomas,

ich kann jetzt nur für das Gumotex Solar sprechen. Ich hatte das Solar 410c 2 Jahre lang und war mein erstes Boot. Kann es nicht glauben wie es mal angefangen hat.

Mehrere Überlegungen spielten damals eine Rolle pro Gumotex Solar: Transport, Aufbau, Trocknung, Abbau, Kräfteschonend da wenig Windlast, Wellenfestigkeit, Druckluftboden, einigermaßen flott weil Schlauch bei richtigem Druck richtig Formstabil. Insgesamt hab ich es nie bereut. Angenehmer Nebeneffekt: es war ein Gebrauchtboot und war sehr Wertstabil beim Wiederverkauf.

Zu Bedenken geb ich mal den Ein- und den Ausstieg von und auf die Badeleiter. Der Druckluftboden kann das zwar ab im Boot aufzustehen, man sollte aber ein gutes Körpergefühl und Balance haben solange bis man entweder auf der Badeleiter oder in der Sitzposition im Boot ist. Je größer die Welle umso größer die Bedenken. Für Personen welche schlecht aus der bodenebenen Sitzposition kommen würde ich grundsätzlich Bedenken anmelden da wenig Platz seitlich ist um die Füße weg zu rollen. Je mehr Platz man seitlich hat umso besser wird das Aufstehen sein. Das Gesagte betrifft nur den Ein- und Ausstieg von und auf die Badeleiter was zu zweit im Boot sicherlich zur Gefühlssache wird.
Das Boot und im Wasser: einfach cool.

Gruss, Jürgen
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von THM » Fr 14. Jan 2022, 20:25

Danke für Eure Hinweise. Momentan favorisiere ich ein Low-Cost Kajak um Erfahrungen zu sammeln - vielleicht erwische ich ja auch ein gutes gebrauchtes Kajak. Das Einsteigen über die Badeleiter wird sicher ein Balanceakt (guter Tipp), das geht sicher besser mit einer Badeplattform die mir leider fehlt.

Gruß
Thomas
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Mephistopheles » So 16. Jan 2022, 18:08

Moin,


falls das einzige Ausschlusskriterium bei einem SUP der evtl. nasswerdende Einkauf ist, wäre die Kombination mit folgendem möglich:
https://www.raeer.com/shopexd.asp?id=24031
Die 50l-Version dürfte für die meisten Einkäufe ausreichen.

Als Kajak kann ich das Intex Explorer K2 empfehlen. Der Preis liegt bei knapp 140€ incl. Versand.
Die Pumpe ist dabei und OK. Die Paddel (heißen die so beim Kajak?) könnte man gegen besseres ersetzen.


Schönen Gruß
Markus
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Tenovice » Mi 19. Jan 2022, 10:35

https://www.amazon.de/KESSER%C2%AE-Schl ... BLYC&psc=1

Und sowas hinterherziehen... Das Packmaß wäre interessant, glaube aber, dass das nicht so dramatisch ist.

Ich selber habe das Wehnke Professional 300. Passt in die Backskiste, dauert aber ein bisschen um das aufzublasen. Mit der Handpumpe ca. 10 Minuten.

Dafür habe ich aber auch Platz und einen Motor dran - Ebay-Fernost-55lbs mit kleiner Autobatterie - reicht für den Landfall.
Mit dem Kajak gehts mit den Kids nicht.
Hauptsache gesund und die Frau hat Arbeit...
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von THM » Mi 19. Jan 2022, 17:27

Interessantes Boot mit gutem Preis/Leistungsverhältnis. Abschreckend ist das hier:
Gewicht: 55 kg
Ich habe keine Lust, so etwas über die Reling zu wuchten :sorry: . Aus dem Alter wo ich mit Kind unterwegs war bin ich (zum Glück) raus :tone: .

Gruß
Thomas
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Ole aus HB » Do 20. Jan 2022, 06:48

Mir fällt gerade ein, dass ich mal angefangen hatte, mir für die Miglitsch ein Beiboot zu bauen: https://www.woodenwidget.com/origami.htm

Ist (bisher) nicht ansatzweise fertig geworden. Aber ich fand das Konzept einfach klasse. Ich denke, dass man es im zusammengeklappten Zustand an der Reling stauen kann. Es gibt das Boot, bzw. die Baupläne, in zwei Größen. Man kann es rudern, motorn und sogar segeln!

Der Konstrukteur bietet noch verschiedene andere Modelle und bei youtube ist der eine oder andere Clip aus der Praxis zu finden!

Beste Grüße,
Ole
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Re: Erfahrungen mit Dingis

Beitrag von Mephistopheles » Do 20. Jan 2022, 16:58

... evtl. wäre folgendes etwas, falls ein Kunststoffklappboot denkbar ist:
https://constroplan.com/xo_auswahl.htm#Kunststoffboote
Muss man halt selber bauen. Es werden nur die Baupläne verkauft.
Vom Gewicht her geht es noch.
Das Packmass scheint OK (Dicke 100mm).
Das KLB-300 wiegt nackt 21kg.
Einen Motor kann man auch montieren.

Schönen Gruß
Markus
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